Arthur Joost
ein Amelinghausener Geschäftsmann mit ökonomischem Weitblick
Arthur Joost ist einer von wenigen, die den Vorteil der Bahnanbindung an Lüneburg und Soltau schnell erkannt haben. Seinen wirtschaftlichen Optimismus erkennt man in seinem Gedicht, das er zur Eröffnungsfeier der Kleinbahn 1913 geschrieben hat.
„Nach vielen Mühen, Schwierigkeiten ward dieser Schienenstrang gebaut, Dem zur Beförderung jetzt Personen und Güter anvertraut. Mag jeder Zug auch jedem bringen, was er erwünscht und erhofft, Zum Heil und Segen unserer Gegend, mög‘ rollen er darum sehr oft“.
Der 40 Seiten umfassende Fahrplan mit den Zugverbindungen zu den vielen Orten im norddeutschen Raum war von ihm gesponsert (damals noch ein unbekanntes Wort!). Er erscheint auf der Vorder- und Rückseite des Fahrplans als Friseur, Dentist, Fleisch-, Trichinenbeschauer und auch als Groß- und Einzelhändler für Saat- und Speisekartoffeln. Wirklich ein Allrounder!
Sein privates Schwimmbad im Lopoautal (heutiger Jugendzeltplatz), das er 1907 erbaut hat, versucht er ebenfalls zu vermarkten. Sein Privatbad mit dem Inselrestaurant „Port Arthur sei von der Bahnbrücke über die Lopau gut zu sehen und nicht weit vom Bahnhof entfernt“.
Im August 1913 lädt Joost zu einem Schwimmfest nach Amelinghausen ein. Das herrliche Wetter lockt viele Sonntags-ausflügler an. Der Andrang war so groß, dass das Bahnpersonal Probleme mit der Abfertigung hatte. Wahrscheinlich hatte es sich noch nicht richtig eingearbeitet. In den Lüneburgschen Anzeigen war zu lesen:
„Sonderzug von Amelinghausen nach Lüneburg. Am kommenden Sonntag wird im herrlichen Bad Lopautal in Amelinghausen (Inh. Arthur Joost) ein großes Schwimmfest veranstaltet, zu dem verschiedene auswärtige Vereine zugesagt haben. Aus diesem Anlass fährt abends 10 ¼ Uhr ein Sonderzug nach Lüneburg … In Lüneburg ist Anschluss an den Zug nach Hamburg 11 Uhr 29 Min. vorgesehen.“
Das hat die Hamburger bestimmt ermutigt, für einen Tag die frische Luft bei uns in der Heide zu genießen. Vielleicht war Arthur Joost unser erster Tourismus-Manager?
Hans-Friedrich Müller
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